Ergotherapie Anne Ochse - Dülmen

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„Ihre Handlungsfähigkeit (wieder) zu erlangen, das ist unser wichtigstes Ziel.“

Neurofeedback

Was ist Neurofeedback?

Neurofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Messung und Verbesserung der Gehirnaktivität. Sie wird weltweit praktiziert.1959 gelang Joe Kamiya, Professor für medizinische Psychologie an der Universität von Kalifornien in San Francisco, der Nachweis, dass Hirnwellen willentlich beeinflusst werden können.

Basis des Neurofeedbacks sind Erkenntnisse aus der Gehirnforschung. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte geistige Zustände wie Müdigkeit, Entspannung, Stress oder Konzentration bestimmten Gehirnwellenmustern zuzuordnen sind. Diese Hirnströme können wir nicht wahrnehmen, aber sie können durch Messgeräte ( EEG = Elektroenzephalogramm ) sichtbar gemacht werden. Dies ermöglicht ein computergestütztes Neurofeedback. Das heißt: dem Trainierenden werden die eigenen unterschiedlichen Hirnaktivitäten bei verschiedenen Zuständen in Echtzeit zurückgemeldet und auf dem Computermonitor sichtbar gemacht ( = Feedback ). Auf dieser Grundlage erlernt er selbst die Beeinflussung und Regulation seiner Hirnstrommuster.

Eine niedrige elektrische Frequenz zeigt eine nur geringe Aktivität des Gehirns an; eine höhere Frequenz bedeutet, dass das Gehirn recht aktiv ist, z.B. bei guter Konzentration. Auf Basis solcher Befunde können verschiedene mentale Fähigkeiten gezielt therapeutisch beeinflusst werden.

Was bewirkt Neurofeedback?

Ziel des Neurofeedbacks ist es, die Wahrnehmung, das Denken, die Aufmerksamkeit und das Verhalten sowie das Wohlbefinden nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Anwendungsbereiche zur Verbesserung kognitiver und sensitiver Fähigkeiten

  • Steigerung der Entspannungsfähigkeit
  • Erhöhung der Stresstoleranz
  • Training von Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Meditation
  • Kontrolle von Entspannungstechniken
  • Erhöhung der Aufnahmefähigkeit

Therapeutische Anwendungsbereiche

  • ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
  • Epilepsie
  • Tinnitus
  • Schlaganfall
  • Suchtkrankheiten
  • Angststörungen
  • Depression
  • Migräne
  • Schlafstörungen u.a.

Wie funktioniert Neurofeedback?

Dem Trainierenden werden am Kopf Elektroden befestigt, die die Hirnströme messen. Ein Computermonitor macht diese Messungen sichtbar.  Veränderungen der Hirnaktivitäten werden dem Trainierenden über Animationen unmittelbar visuell und akustisch zurückgemeldet. Durch Erfolgs- oder Misserfolgsmeldungen wird gelernt, die gewünschte Hirnaktivität schneller zu erreichen und länger aufrecht zu erhalten.

Beim Neurofeedback werden dem Gehirn keinerlei elektrische Impulse zugeführt, sondern lediglich die jeweilige Gehirnaktivität gemessen und zurückgemeldet.

Menschen, die einen zu schnellen Hirnrhythmus aufweisen, neigen zu impulsivem und wenig kontrolliertem Verhalten bei gleichzeitig überdurchschnittlicher Fehlerhäufigkeit.
 Bei zu geringer Hirnfrequenz hingegen überwiegen Tagträumerei und eine reduzierte Konzentrationsfähigkeit. Je nachdem, welche Frequenzmuster beim Neurofeedback festgestellt werden, wird ein entsprechendes Training gewählt.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Im Durchschnitt sind 20 bis 40 Sitzungen notwendig, um therapeutische Erfolge zu erzielen. Mit allen Vorbereitungen dauert eine Sitzung jeweils ca. eine Stunde. Nebenwirkungen sind beim Neurofeedback übrigens bei sachgerechter Anwendung nicht bekannt.

Wie lange hält die Wirkung der Behandlung an?

Noch nach 24 Monaten sind die positiven Effekte des Neurofeedbacks nachweisbar. Zum Vergleich: bei ADHS- Patienten, die  mit Medikamenten behandelt wurden, konnte nach Absetzen der Medikamente keine anhaltende Wirkung belegt werden. Das Neurofeedbacktraining wirkt also nachweislich nach Beendigung der Behandlung weiter.