Ergotherapie Anne Ochse - Dülmen

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„Ihre Handlungsfähigkeit (wieder) zu erlangen, das ist unser wichtigstes Ziel.“

Lerntherapie Kinder

Lerntherapie

Die Lese- Rechtschreibstörung und die Rechenstörung gehören zu den sogenannten Teilleistungsschwächen. Sie sind die häufigsten Entwicklungsstörungen. Hier liegen  trotz durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz, geistiger Gesundheit und normaler schulischer Förderung in einzelnen Bereichen isolierte oder kombinierte Störungen vor, die man als  „umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ bezeichnet.

Fällt also ein Schulkind durch große Probleme beim Lesen, Rechtschreiben und / oder Rechnen auf, während es ansonsten in der Schule gut zurecht kommt, kann dies auf eine Teilleistungsstörung hinweisen. Meistens kündigen sich diese Schwierigkeiten bereits in der Vorschulzeit an. Häufig werden sie von AD(H)S und anderen Problemen begleitet.

Die Behandlung der Lese-/ Rechtschreibstörung  (=Legasthenie) und der Rechenstörung (=Dyskalkulie) ist laut Heilmittelkatalog keine ergotherapeutische Leistung und explizit aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ausgeschlossen. Die Eltern können die gezielte Unterstützung ihres Kindes in diesen Bereichen als Selbstzahler finanzieren oder eine Unterstützung durch das Jugendamt beantragen.

Lese- Rechtschreibstörung ( Legasthenie )

Die Legasthenie zeigt kein einheitliches Erscheinungsbild.  Auffälligkeiten in der kindlichen Sprachentwicklung (z.B. beim Erkennen und Unterscheiden von ähnlich klingenden Sprachlauten) können Defizite beim lautgetreuen Schreiben zur Folge haben. Teils wird auch visuell die Reihenfolge der Buchstaben im Wort nicht richtig erkannt bzw. vertauscht (z.B. Lied – Leid) oder Buchstaben werden ausgelassen. Rechtschreibregeln können häufig nur unzureichend gespeichert und umgesetzt werden. Die Ursachen liegen in einer Störung der zentralnervösen und kognitiven Informationsverarbeitung des Gehirns begründet. Es existiert ein weites Spektrum unterschiedlicher Symptome.

Ohne wirksame und individuelle, auf das spezielle Störungsbild zugeschnittene Behandlung führt eine Legasthenie zu erheblichen Einschränkungen bzgl. der schulischen, beruflichen und auch persönlichen Entwicklung der Betroffenen.

Rechenstörung ( Dyskalkulie )

Die Dyskalkulie hat ebenfalls kein typisches Erscheinungsbild.  Im Vorschulalter zeigen sich bereits häufig mangelnde Fertigkeiten der Größen- und Mengenerfassung und des Zählens. Der schulische Erwerb der Grundrechenarten ist dann  massiv beeinträchtigt.

Auffällig ist in erster Linie, dass das Kind weiter zählt und nicht zu rechnen beginnt, erkennbar an den typischen Zählfehlern ( 9-4=6 ) und dem erhöhten Zeitaufwand. Später werden das Stellenwertsystem ( Einer, Zehner, Hunderter… ) und der sich schnell vergrößernde Zahlenraum nicht verstanden.  Die Grundrechenarten sind bereits unklar; Aufgaben werden auswendig gelernt, aber einfach nicht durchschaut. Schon im Grundschulalter sind damit entscheidende Probleme vorprogrammiert, denn das System der Mathematik baut streng hierarchisch aufeinander auf: wer die ersten Schritte nicht verstanden hat, wird auch die weiteren nicht gehen können. Ebenfalls fehlt den Betroffenen dann das Verständnis für Kalenderdaten, Uhrzeit, Größen, Längenmaße, Gewicht, Geld usw., wodurch die Teilhabe am Alltagsleben deutlich eingeschränkt ist.